Yoga gegen Stress und FÜR die Psychohygiene - Hotel TirolHotel Tirol
Entspannung

Yoga gegen Stress und FÜR die Psychohygiene

Alexandra Meraner über Yoga gegen Stress und für die Psychohygiene: Alexandra Meraner 5

Yoga kann gegen den andauernden Zustand der totalen Erschöpfung helfen, sowohl körperlich als auch emotional. Stress empfindet jeder unterschiedlich und in vollkommen anderen Situationen. Was den Einen schon stresst, ist für den anderen noch „normal“, somit löst Stress auch individuell verschiedene Reaktionsmuster aus. Die Burnout-Diagnose ist dadurch oft sehr schwierig. Auch ist die Abgrenzung zur Depression oft sehr schwammig. Leider kommen immer mehr Schüler/Klienten zu mir, die über Lustlosigkeit, Übellaunigkeit, Gereiztheit, permanente Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung, Schlafprobleme und vieles mehr klagen. Alle diese Symptome können auf ein beginnendes Burnout hinweisen und sind ernst zu nehmen!
Das Burnout geschieht langsam und schleichend. Deshalb erkennen es Betroffene oft erst, wenn sie bereits an einem Burnout erkrankt sind.

Wie kommt es zu einem Burnout? Was sind die Anzeichen für ein Burnout-Syndrom? Wie kann Yoga helfen bzw. präventiv wirken?

Die Symptome eines Burnouts sind denen einer Depression zum Verwechseln ähnlich.
Unsere jetzige Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft – alles muss noch schneller, noch besser, noch hipper sein. Leider macht dieses Phänomen auch vor der Yoga-Szene nicht halt.
Anstatt sich wieder auf die wesentlichen Dinge des Yoga zu besinnen – Atmung, Achtsamkeit, Pratyahara (das Zurückziehen der Sinne als Vorbereitung auf die Meditation), Citta Vritti Nirodha (Zur-Ruhe-Kommen der Aktivitäten im Bewusstsein), fließende Asanas ohne Druck und Stress, werden immer wieder neue Richtungen kreiert, man wird durch die „Fast-Food“-Yogastunden gehetzt, es bleibt oft keine Zeit für Anfangs- oder Endentspannung manchmal sogar Atemübungen.

Dieser Bericht ist ein Plädoyer für die Wurzeln des Yoga, für sanfte, auch therapeutische Übungen, um uns selbst wieder bewusst wahrzunehmen, ins Fühlen und Spüren zu kommen, einen Gang hinunterzuschalten. Deshalb bin ich auch von Gesundheitsyoga so überzeugt!

Bevor hier kritische Stimmen laut werden: ich selbst liebe kraftvolle Stunden, die Spaß machen, die schweißtreibend sind, die mich an meine Grenzen bringen. ABER ich weiß auch, wann ich ruhige Stunden brauche, Meditation, um mich wieder zu finden, ruhige Yogaeinheiten, um wieder Kraft und Energie zu tanken. Wie bei allem im Leben, ist es die goldene Mitte, die gesund ist. Wenn wir vom Job zum Einkaufen hetzen, dann noch schnell in die Yogastunde und auch noch diese uns unsere letzten Energien abzieht, dann kann das schnell in die falsche Richtung gehen. Nur in der Ruhe, in der Stille kann unser Körper und unser Geist regenerieren und eventuell sogar heilen. Nur wenn unser Atem fließt sind auch wir im Fluss!

Woran erkenne ich, ob ich Ruhe, Meditation oder ruhige, meditative Asanas brauche?

Nach harter geistiger oder körperlicher Arbeit erschöpft zu sein, ist ganz normal. Entspannung am Abend wie Yoga, Meditation, ein gutes Buch lesen, oder Urlaub schaffen hier Abhilfe. Wer vollkommen ausgebrannt ist, dem hilft ein Urlaub nicht mehr, der kann keinen Gang mehr zurückschalten, kann sich nicht mehr regenerieren, der sollte dauerhaft etwas in seinem Leben verändern.

Wenn ein paar der folgenden Punkte auf Euch zutreffen, dann solltet Ihr besser auf Euch achten und im Alltag Inseln zur Regeneration einplanen!

• Lustlosigkeit, Übellaunigkeit, Gereiztheit,
• Gefühle des Versagens, der Sinnlosigkeit,
• Angst, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein,
• mangelndes Interesse am Beruf oder Aufgabenbereich,
• permanente Müdigkeit, Mattigkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung,
• Schlafstörungen – wie Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, Ausschlafstörungen
• Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen,
• Verzweiflung bis hin zu Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit,
• (Erschöpfungs-)Depressionen,
• chronische Motivationslosigkeit,
• Stimmungsschwankungen und
• körperliche Symptome (Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-, Darm-Beschwerden, Schwindel, Herz-Kreislaufprobleme, häufige Infekte, Hörstörungen wie Hörsturz und Tinnitus).
• Herzrasen, Blutdruckprobleme, Magen-Darmerkrankungen
• Infekt-Anfälligkeit

Typisch für ein Burnout ist auch der soziale Rückzug von Kollegen, Kunden, Freunden und Bekannten.
Untersuchungen haben erwiesen, dass zwei  Personengruppen vom Burnout-Syndrom überproportional häufig betroffen sind:

• Einerseits Menschen mit sozialen und pädagogischen Berufen bzw. Tätigkeiten. Das heißt Lehrer, Erzieher, Ärzte, professionelle Pflegekräfte, Coaches und verschiedenste Trainer/Berater aber auch pflegende Angehörige.
• Andererseits Personen in leitenden Positionen, also Manager, Unternehmer oder leitende Angestellte.
Prinzipiell kann jedoch jeder Mensch ein Burnout-Syndrom entwickeln, der durch seine berufliche oder private Situation extrem belastet ist und keine Möglichkeit findet, sich ausreichend zu entspannen. Selbst bei Schülern tritt die Erkrankung mitunter auf.

Wie kommt es zum Ausbrennen?

Die exakte Ursache des Burnouts ist noch nicht ganz klar. Einig sind sich die Experten aber darin, dass dauerhafter Stress bei der Entstehung eine entscheidende Rolle spielt. Eines steht fest: vorübergehende Stresssituationen können wir folgenlos wegstecken, doch wenn die Belastung über Wochen, Monate oder gar Jahre anhält, sind nachhaltige Konsequenzen für den Organismus vorprogrammiert. Letztlich landet ein Mensch immer dann im Zustand des Ausgebrannt-seins, wenn Belastungen die psychischen und physischen Kraftreserven kontinuierlich aufbrauchen, ohne dass Körper und Seele die Möglichkeit haben, sich ausreichend zu erholen. Nur wer brennt, kann auch ausbrennen!
Auf körperlicher Ebene erhöht sich der Blutdruck anhaltend, die Gefäße können ihre Elastizität verlieren und die Muskulatur verspannt sich dauerhaft. Somit kann auch das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall steigen. Viele Stresssymptome werden über einen langen Zeitraum hinweg ignoriert, die meisten der Burnout gefährdeten Personen arbeiten zu lang mit 200%!

Was kann man tun?

Ist die Diagnose gestellt, sollte die Behandlung auf mehreren Ebenen in Angriff genommen werden. Ärztliche und therapeutische Begleitung, Coaching, körperorientierte Arbeit,  sowie geführte Entspannung sind hier wichtige Instrumente auf dem Weg aus dem Burnout. Das Ziel ist die Änderung der zum Burnout geführten Lebensweise.
Hier spielt der Yoga eine entscheidende Rolle: sanfte Asanas mit ruhiger Atmung, Atemübungen wie Brahmari wirken direkt auf das vegetative Nervensystem und können hier entscheidend zu einer Besserung der Situation beitragen. Besonders wichtig ist es, eine Yogatechnik/einen Yogalehrer zu finden, um wieder in Einklang mit sich selbst zu kommen, seinen Körper bewusst wahrzunehmen und vor allem Entspannung zu finden. Die gute Nachricht: Burnout ist „heilbar“, jedoch kann der Weg aus der Burnout-Falle bis zu einem Jahr dauern, denn der Weg hinein hat ja auch meistens lange gedauert! Alexandra Meraner4

Wichtige Schritte heraus aus dem Burnout

• Mehr Bewegung (z.B. moderater Ausdauersport)
• Gesunde und bewusste Ernährung
• Prioritäten setzen; Aktivitäten einplanen, die Spaß machen
• Stabiler Freundeskreis/Familie
• Lachen und Freude
• Entspannung, Mediation
• Genügend Schlaf
Schon einmal in der Woche Yoga kann hier begleitend positiv wirken, geführte Traumreisen und Meditationen vertiefen die entspannende Wirkung des Yoga noch zusätzlich.
Die wichtigsten Instrumente des Yoga im Kampf gegen Burnout:
• Achtsamkeit
• Atmung
• Körperbewusstseinsschulung
• Entspannung
• Bewegung ohne Leistungsdruck
• Regelmäßigkeit
• Negative Gedanken stoppen (durch Mantras)

Asanas gegen Stress

Der umgedrehte Tisch (hilft gegen Erschöpfung), Katze-Kuh (beruhigt), der Baum (Erdung), der Krieger (gibt Kraft und Selbstbewusstsein), sanfte Asanas mit „Tönen“, Entspannung der Körpermitte, der Drehsitz (inneres Gleichgewicht), Brahmari (Bienenatmung-wirkt direkt auf das vegetative Nervensystem), brustöffnende Übungen (öffnen unser Herz für die schönen Dinge des Lebens, geben mehr Leichtigkeit), sanftes Praktizieren im Atemfluss, die Wechselatmung – ohne Luftanhalten (wirkt ausgleichend).
Stress-Notfalls-Atemübung
Setze dich aufrecht hin, schließe die Augen und atme ein paarmal tief in den Bauch ein und stelle dir vor, dass bei der Einatmung Licht und Energie in dich hinein strömen.
Versuche nun, deine Ausatmung zu verlängern. Dabei gibst du verbrauchte, graue Luft, unangenehme Gedanken, Gefühle, Ängste und Sorgen einfach ab.
Wiederhole das mindestens 10 x.

Alexandra Meraner wird im Rahmen des Yogaherbst Gastein bei uns im Impuls Hotel unterrichten, hier geht’s zum genauen Programm und zur Buchung !


Datum: 16. September 2017 . Autor: Daniela Pfeiffenberger
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