Öffentliche Büchervitrine 5

1. Lesehotel im Gasteinertal – Wissen beflügelt

 

Das Impuls Hotel Tirol in Bad Hofgastein ist das erste Lesehotel im Gasteinertal. Das Leben ist ja bekanntlich ein Geben und Nehmen. Das Schöne an diesem Prozess ist der Austausch, die Abwechslung, das Ändern der Perspektive, die Überraschung. Einmal sind wir der, der schenkt, einmal der Beschenkte. Als der, der nimmt, wissen wir nicht immer, was wir bekommen. Manchmal sind wir neugierig auf das, was das Leben uns anbietet. Manchmal erwarten wir etwas Bestimmtes. Nicht immer ist das Geschenk so, wie wir glauben. Als Gebender sieht es ähnlich aus. Manchmal geben wir etwas gerne aus der Hand, freuen uns auf die Reaktion des anderen. Manchmal wollen wir etwas nicht loslassen. Meistens wissen wir nicht, was mit unserer Gabe passiert. Geben und Nehmen – ein universelles Prinzip. Alles ist im Fluss.

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SICH BEFLÜGELN LASSEN
Die 1. öffentliche Büchervitrine Gasteins, direkt vor dem Impuls Hotel Tirol, soll auch ein solcher Ort sein. Ein Ort des Austausches, des Gebens und des Nehmens. Ein Ort, an dem Wissen fließt.Bücher wechseln ihren Besitzer. Bücher kommen und gehen. Wissen sammelt sich an. Wissen entlädt sich. Eine Welt der geschriebenen Worte, so klein und doch so unendlich. Wie man die Büchervitrine benutzt? Man kann verweilen und ein bisschen schmökern. Man kann gezielt ein Buch heraus- und mit nachhause nehmen. Man kann ein Buch aus der eigenen Sammlung zur Verfügung stellen und es der Büchervitrine überlassen. Sie wird ihm ein gutes Zuhause bieten, solange der nächste Wissens- und Literaturdurstige kommt, und es an sich nimmt. Man kann die Vielfalt bestaunen, vom Kinderbuch zum Krimi bis hin zu großer Dichtkunst. Und eintauchen, in eine andere Welt.

DEN IMPULSEN FOLGEN
Man kann sich fragen „Worauf hab‘ ich heute Lust?“, seinen Impulsen freien Lauf lassen und ein Werk bestaunen, zu dem man sonst vielleicht nicht gegriffen hätte. Lassen wir uns öfter überraschen, lassen wir uns ein. Mit jeder Wahl, die wir treffen, drückt sich unser Ich aus. Und unser Ich hat viele verschiedene Facetten, wenn wir sie ihm gewähren. Unser Ich ist heute vielleicht abenteuerlustig und neugierig (dann würde es zum Krimi greifen und vielleicht Agatha Christie wählen). Oder es sehnt sich nach eleganten Worten, nach Aneinanderreihungen bedeutsamer Gedanken (dann würde es vielleicht zu Hermann Hesses Siddhartha greifen). Vielleicht will das Ich in Liebe versinken (dann macht man ihm wahrscheinlich mit einem wunderbaren Liebesroman eine Freude, etwa von Jojo Moyes?). Morgen ist das Ich vielleicht zu weniger Tiefgang aufgelegt und möchte sich einfach ein bisschen amüsieren? Oder es sucht Rat in einer bestimmten Angelegenheit, weil es nicht weiß, wie es sich in einer bestimmten Angelegenheit entscheiden soll.

Wie auch immer sich unser Innerstes ausdrückt – in der Büchervitrine kann es auf Wanderschaft gehen. Gehen wir mit ihm. Lassen wir uns verführen von wunderbaren Geschichten, von großen Abenteuern.


Datum: 26. Oktober 2014 . Autor: Daniela Pfeiffenberger
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